EPA 2026: Was Arztpraxen jetzt wissen und tun müssen

Die elektronische Patientenakte ist seit Januar 2025 live – aber viele Praxen kennen ihre Pflichten noch nicht. Dieser Leitfaden erklärt die Anforderungen, den Zeitplan und wie die EPA Ihren Praxisalltag verändert.

22. Februar 2026 14 Min. Lesezeit MediDesk Redaktion
EPA 2026 Leitfaden für Arztpraxen – Elektronische Patientenakte
Das Wichtigste in Kürze
  • Live seit 2025: Alle GKV-Versicherten haben seit Januar 2025 automatisch eine ePA (Opt-out).
  • Praxispflicht: Arztpraxen müssen Befunde, Medikationspläne und E-Rezepte über die TI einpflegen.
  • Wirkung: Die ePA reduziert "Befund-Anrufe" und beschleunigt Überweisungen – ergänzt eine Online-Rezeption ideal.
  • Konsequenzen: Verstöße gegen EPA-Einstellungspflichten können zu KV-Honorarkürzungen führen.
  • Empfehlung: Digitale Patientenkommunikation jetzt aufbauen: EPA für ausgehende Daten, Online-Rezeption für eingehende Anfragen.

1. Was ist die ePA und wie funktioniert sie?

Was ist die elektronische Patientenakte (ePA)?

Die elektronische Patientenakte (ePA) ist ein digitales, lebenslang geführtes Gesundheitsprotokoll für alle gesetzlich Versicherten in Deutschland. Sie wird über die Telematikinfrastruktur (TI) betrieben und ermöglicht, dass alle beteiligten Ärzte, Kliniken und Apotheken auf dieselben Patientendaten zugreifen können – mit ausdrücklicher Einwilligung des Patienten. Seit Januar 2025 erhalten alle GKV-Versicherten automatisch eine ePA (Opt-out-Prinzip).

Technisch läuft die ePA über die Telematikinfrastruktur (TI) – die sichere Datenautobahn des deutschen Gesundheitswesens. Arztpraxen benötigen einen TI-Konnektor (seit 2021 Pflicht) und ein PVS-Update, das die ePA-Komponenten integriert.

74 Mio.
GKV-Versicherte mit ePA
~5%
haben widersprochen (Opt-out)
160.000+
TI-angebundene Praxen

2. ePA-Zeitplan: Was ab wann gilt

ZeitraumMaßnahmeFür wen?Status
Januar 2021 ePA 1.0 – Freiwillig nutzbar für Versicherte Alle GKV-Versicherten Abgeschlossen
Januar 2024 E-Rezept-Pflicht für alle Vertragsärzte Alle Vertragsärzte Aktiv
Januar 2025 ePA für alle – Opt-out-Prinzip, automatische Anlage 74 Mio. GKV-Versicherte Aktiv
2026 Erweiterte Einstellungspflichten, Medikationsplan-Pflicht Alle Vertragsärzte Jetzt
2027+ Vollintegration: EPA als Standard für alle Überweisungen, Befunde, Abrechnungen Gesamtes Gesundheitswesen Geplant

3. Pflichten der Arztpraxis 2026

Pflicht: Bereits aktiv

  • E-Rezept: Alle Verordnungen digital über die TI (seit Jan. 2024 Pflicht)
  • TI-Anbindung: Konnektor, eHBA (Heilberufsausweis) und KIM-Adresse vorhanden
  • eArztbrief via KIM: Überweisungen und Arztbriefe digital versenden
  • Notfalldatensatz: Für einwilligende Patienten in der ePA speichern

Pflicht: 2026

  • Befunde einstellen: Laborergebnisse, Befundberichte in die ePA
  • Medikationsplan: Bei Polymedikation (5+ Medikamente) Pflichtdokument in ePA
  • Impfpass digital: Impfungen in den Impfausweis der ePA dokumentieren
  • Datenzugang Patient: Patient:innen Zugang zu ihren Daten ermöglichen
Konsequenzen bei Nicht-Erfüllung: Die KV kann bei wiederholten Verstößen gegen EPA-Einstellungspflichten Honorarkürzungen aussprechen. Für E-Rezepte gilt bereits: Arztpraxen, die weiterhin Papierrezepte ausstellen (ohne Ausnahmetatbestand), riskieren Honorarkürzungen durch die KV.

4. Auswirkungen auf den Praxisalltag

Die ePA verändert konkrete Arbeitsabläufe in der Praxis. Manche Veränderungen erleichtern die Arbeit erheblich, andere erfordern neue Gewohnheiten:

Weniger „Befund-Anrufe"

Patient:innen können Laborergebnisse selbst in der ePA-App einsehen. „Sind meine Werte da?"-Anrufe entfallen weitgehend.

Schnellere Überweisungen

Überweisungen per KIM laufen in Sekunden – keine Faxprobleme, keine verlorenen Dokumente, kein Telefonieren mit der Facharztpraxis.

E-Rezept als Standard

Patienten erhalten Rezepte digital – kein Papier mehr, keine Abholtermine. Weniger Rezeptanfragen per Telefon.

Mehr Dokumentationsaufwand

Befunde, Impfungen, Medikamentenpläne müssen aktiv in die ePA eingestellt werden – neuer Workflow, der Zeit kostet.

Schulungsbedarf

Team muss neue PVS-Funktionen erlernen. Patienten brauchen Unterstützung bei der ePA-App-Nutzung.

Patientenfragen zur ePA

„Wie bekomme ich Zugriff auf meine ePA?" – Das kommt häufig vor und kostet MFA-Zeit. Eine FAQ auf der Website hilft.

5. EPA und Online-Rezeption: Das perfekte Duo

EPA und Online-Rezeption adressieren zwei Seiten derselben Digitalisierungsmedaille: Die ePA digitalisiert die ausgehende Kommunikation (Befunde, Überweisungen, Rezepte), während die Online-Rezeption die eingehende Kommunikation strukturiert (Anfragen, Termine, Rezeptwünsche). Mehr dazu in unserem Guide zur digitalen Patientenkommunikation.

ePA: Ausgehende Kommunikation

  • Befunde → Patient abruft selbst in App
  • E-Rezept → digital in Apotheke einlösen
  • Überweisung → per KIM an Facharzt
  • Medikationsplan → immer aktuell in ePA

Online-Rezeption: Eingehende Kommunikation

  • Terminanfrage → strukturiert digital
  • Rezeptwunsch → ohne Anruf
  • Überweisungsanfrage → per Formular
  • Fragen → 24/7 beantwortbar
Ergebnis: Vollständig digitale Patientenkommunikation – weniger Telefon, mehr Effizienz

Praxen, die beides einsetzen, berichten von 85–90% weniger reaktiven Telefonaten – nur noch Notfälle und echte medizinische Fragen kommen über das Telefon an. Das ist die Vision einer effizienten, modernen Arztpraxis 2026.

6. Praxis-Checkliste: EPA-Vorbereitung 2026

Sofort prüfen

  • ☐ TI-Konnektor vorhanden und aktuell?
  • ☐ eHBA für alle ärztlichen Mitarbeiter?
  • ☐ KIM-Adresse aktiviert?
  • ☐ E-Rezept aktiv genutzt?
  • ☐ PVS aktuell (ePA-kompatibel)?

Kurzfristig umsetzen

  • ☐ Team für ePA-Workflows schulen (2–4h)
  • ☐ Workflow für Befund-Einstellung definieren
  • ☐ Medikationsplan-Prozess festlegen
  • ☐ Patienten über ePA informieren (Aushang)
  • ☐ FAQ für häufige ePA-Fragen erstellen

Strategische Empfehlung: Digitale Kommunikation komplett aufbauen

Die ePA allein löst nicht das Telefon-Problem. Kombinieren Sie EPA-Einführung mit einer Online-Rezeption für maximale Entlastung:

  • ☐ Online-Rezeption einrichten (MediDesk: 48h, 119€/Monat)
  • ☐ Digitale Patientenkommunikations-Strategie festlegen
  • ☐ ROI nach 3 Monaten messen und optimieren

Die Online-Rezeption – ideale Ergänzung zur ePA

Während die ePA ausgehende Patientendaten digitalisiert, strukturiert MediDesk alle eingehenden Anfragen digital. Gemeinsam schaffen sie die vollständig digitale Praxis.

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Häufige Fragen zur EPA 2026

Was ist die elektronische Patientenakte (ePA)?

Die ePA ist ein digitales Gesundheitsprotokoll für alle GKV-Versicherten. Seit Januar 2025 erhalten alle Versicherten automatisch eine ePA (Opt-out). Arztpraxen sind verpflichtet, Befunde, Medikationspläne und E-Rezepte über die Telematikinfrastruktur einzupflegen.

Was sind die Pflichten von Arztpraxen bezüglich der ePA 2026?

Ab 2026 sind Arztpraxen verpflichtet: eArztbriefe per KIM zu versenden, Befunde und Laborergebnisse in die ePA einzustellen, E-Rezepte über die TI auszustellen (seit 2024 bereits Pflicht) und Medikationspläne bei Polymedikation zu pflegen. Verstöße können zu KV-Honorarkürzungen führen.

Können Patienten die Nutzung der ePA ablehnen?

Ja, durch aktiven Widerspruch (Opt-out) über die Krankenkassen-App oder einen schriftlichen Antrag. Stand 2025 haben etwa 5% der Versicherten widersprochen. Praxen müssen den Widerspruch respektieren und analoge Prozesse anbieten.

Wie hängen ePA und Online-Rezeption zusammen?

Sie sind komplementär: Die ePA digitalisiert ausgehende Kommunikation (Befunde, Rezepte, Überweisungen), die Online-Rezeption strukturiert eingehende Anfragen (Terminwünsche, Rezeptanforderungen, Fragen). Praxen mit beidem erreichen 85–90% weniger reaktive Telefonanrufe.

Was kostet die ePA-Integration für Arztpraxen?

Die Basisinfrastruktur ist über KV-Pauschalen refinanziert. Die PVS-Integration der ePA-Komponenten ist Aufgabe der PVS-Anbieter (meist in Wartungsverträgen enthalten). Zusätzliche Kosten: KIM-Dienste (ca. 10–30€/Monat) und interner Schulungsaufwand.

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